Blogbeitrag

Ein rührender Fall von liebevollem Selbstmord in der Gastronomie

Lieber Gastronom, lieber Hotelier, stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Ein wunderschön gelegener Gasthof im Bayrischen, seit ein paar Jahren inhabergeführt. Er im Service, sie in der Küche, beide seit 25 Jahren als Angestellte in der Gastronomie tätig. Und nun haben sie sich Ihren Traum verwirklicht! Sie haben über Jahre vieles selbst renoviert, aus- und umgebaut, in den ersten Jahren alles allein gemacht, ob im Service, in der Küche oder in der Zimmerreinigung … sie waren 365 Tage rund um die Uhr mit Feuereifer im Einsatz. Sie haben das Objekt mit Hingabe, ein wenig unternehmerischer Pfiffigkeit  und akribischer  Gewissenhaftigkeit zu einer kleinen ansehnlichen Perle mit guter Stammkundschaft geformt.

Wir wurden mit Handschlag empfangen, das Bier kam mit strammer Krone und das Essen war erstklassige Hausmannskost. Jedem Gast sticht sofort ins Auge, dass hier der Chef noch selbst Hand anlegt.

Doch wir waren, wie leider so oft, zutiefst erschrocken und betroffen ob der Preise, denn die wirklich herausragende, unglaubliche 900g Haxe verspeisten wir für 7,50 € und das wunderbar schmeckende 0,5er Bier kostete 2,30€!

Nachdem wir in unseren einfachen, jedoch wirklich schönen Zimmern eine ruhige Nacht verbrachten, sprachen wir morgens  unseren Wirt auf unsere Feststellung an, wobei sich folgendes herausstellte:

  • Objekt höchstwahrscheinlich zu teuer gekauft,
  • die zwei Servicekräfte für die Saison mit einem Festlohn angestellt,
  • keine Gratis-Verlust-Listen geführt, …

…und wir hörten folgende Aussage: „Wir brauchen nicht mehr. Wir wollten dies aufbauen und wir wollen es unseren Kindern vererben.“ Ja, wir waren gerührt, denn es spiegelt aus unserer Sicht das gute alte Denken und Handeln in der Gastronomie und Hotellerie wieder, welches heutzutage unweigerlich in den Ruin führt.

Wenn Sie nicht vom Finanzamt wegen des zu hohen Wareneinsatzes gekillt werden, so werden sie in wenigen Jahren unter ihrer Arbeitslast regelrecht zusammen brechen.

Wir hatten ein sehr offenes Gespräch, genau so liebe – und vertrauensvoll wie sie auch ihre Arbeit machen. Und dafür möchten wir uns an dieser Stelle bedanken.

Wir möchten Lösungen anbieten, die zwar nicht leicht und nicht so schnell zu vollziehen wären, jedoch einfach für die kommenden Jahre umsetzbar. Stichworte wie Lohnoptimierung in der Gastronomie und Hotellerie spielen immer eine große Rolle und auch hier bei unseren lieben Wirtsleuten keine Nebenrolle. Unsere Lohnsimulation brachten pro Mitarbeiter 150€ pro Monat weniger Lohnnebenkosten. Immerhin 3.600 € Entlastung pro Jahr. Ein 14-tägiger 4Sterne Urlaub auf Mallorca käme da sicher bei raus. Wenn sie sich die Zeit nähmen.

Die Führung von Gratis-und Verlust-Listen in der Gastronomie sehen wir mittlerweile als unternehmerische Grundtugend und in unserem Fall genau so wichtig wie eine Neukalkulation der Speisen in Verbindung mit ein paar pfiffigen, leicht umsetzbaren Marketingmaßnahmen, um den Wareneinsatz unter Kontrolle zu halten sowie die Rentabilität zu steigern.

Aus unserer Sicht und unseren Erfahrungen können sie nur so ihrem frei erwählten „Hamsterrad“ entkommen, um nicht darin umzukommen.

Rufen Sie uns an!