Blogbeitrag

Mein Verhältnis als Unternehmer zu meinem Banker

Letztens schrieb der Autor Ralf Senftleben folgendes in seinem Blog:
„Erfolg bedeutet, zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe.
Weisheit bedeutet, sich die richtigen Dinge vorzunehmen. Die Dinge, die mich erfüllen, mich zufrieden machen oder meinen Schmerz verringern.
Wie erreiche ich, was ich mir vorgenommen habe?
Dazu gilt es zu lernen, zu handeln, zu lernen und zu handeln.
Also zuerst einmal lernen. Lernen, was genau ich dafür tun muss. Und was ich sein lassen muss.
Um zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe.
Dann muss ich es tun. Oder es lassen.
Bei dem Versuch werde ich innere und äußere Schwierigkeiten kennenlernen.
Dann muss ich handeln, um diese Schwierigkeiten zu überwinden.
Wenn ich genug gelernt und alles Notwendige getan oder gelassen habe, erlebe ich Erfolg.
Und Erfüllung und Zufriedenheit, wenn ich weise gewählt habe.
Dann beginne ich von vorn.
Quelle: Ralf Senftleben www.zeitzuleben.de
Es leben die Kreisläufe des Lebens.“

Fast täglich erlebe ich, wie wenig wir als Unternehmer uns Gedanken darüber machen, wie wir wahrgenommen werden.
Und dabei ist es in einer Zeit, in der wir Menschen immer mehr über Bilder die Wahrnehmung unserer Umwelt gestalten so wichtig geworden.

Mein Freund Toni, der Gastronom ist ein cooler Typ. Jung, dynamisch und voller Ideen.
Doch seine Anzugsordnung lässt zu seinen Ideen und seinem Auftreten eine Diskrepanz erkennen. Nicht, dass er unordentlich angezogen ist. Das meine ich nicht. Er ist nur nicht angezogen wie ein unternehmerisch denkender Typ. Er ist eher angezogen wie ein ehemaliger Arbeitnehmer, der sich gerade selbstständig gemacht hat.

Und da ist ein gravierender Unterschied zu jemanden, der ein erfolgreiches gastronomisches Unternehmen führt. Es ist ein Unterschied in der Formulierung, im Denken und im Verhalten und letztendlich vor allem im Ergebnis. Es ist ein Unterschied, ob ich mir bewusst bin, dass ich selbstständig ein Restaurant betreibe oder ob ich ein erfolgreiches gastronomisches Unternehmen führe. Schon die Formulierung meines Satzes lässt es deutlich erkennen.

Sie fragen sich an dieser Stelle vielleicht, was hat mein Banker denn mit all dem zu tun?
Ganz einfach.
Es hat etwas mit unserem Bild als Unternehmer zu tun. Es hat etwas mit unserem Denken und Handeln zum Thema Unternehmer oder Selbständiger, mit dem Thema Geld, Geldflüsse und Liquidität sowie unseren persönlichen wie auch unternehmerischen Ergebnissen zu tun.
Es spiegelt stets wider, wie wir über uns denken, wie wir über unser Geschäft denken und welche Werte wir verfolgen.
Und hier kommt Ihr Banker als wichtiger strategischer Partner in Spiel. Denn er hat nur selten persönlichen Kontakt zu Ihnen und somit kann er Sie oft nur aus der Ferne wahrnehmen, bewertet Sie in Ihrem unternehmerischen Handeln jedoch trotzdem, weil sein System ein Rating Ihres Kontos verlangt. Dies gestattet ihm, selbst wenn er mehr wollte, oft nur einen sehr einseitigen Blick auf Sie und Ihr Restaurant, weil Sie es zugelassen haben. Und das ist ein Nachteil für Sie.

Mein Freund Toni, der Gastronom, ist wie viele andere seiner Mitunternehmer auch einer, der seine Tageseinnahmen unregelmäßig zur Bank bringt, vieles – manchmal sogar die Löhne – aus den laufenden Einnahmen bezahlt, seine Rechnungen frühestens zur ersten Mahnung zahlt und auch schon mal die ein oder andere Rücklastschrift duldet.
Sehr verehrter Leser: DAS IST DIE ABSOLUTE NO-GO-AREA FÜR EINEN BANKER!

Das ist etwas, was Toni oft nicht im Blick hat, aber unbedingt haben muss! Der Banker sieht Ihn selten persönlich, aber er sieht jeden Tag sein Konto und ihn automatisch in eine Schublade. Gleichzeitig muss er sein Konto vor seinem Vorgesetzten verteidigen und er hat so gar keine Ahnung von den inneren Strukturen seines Restaurants.

Wenn Toni nun auch noch lässig gekleidet in der Bank auftaucht um nach einem Kredit zu fragen, was glauben Sie lieber Leser, was der Banker dann von ihm denkt.?

Darum sollten wir uns aus meiner Sicht folgendes überlegen: Übernehmen wir Eigenverantwortung über unsere Finanzen, unsere Geldflüsse, bringen wir unsere Tageseinnahmen täglich zur Bank. Zahlen wir unsere Rechnungen stets sofort. Dulden wir Rücklastschriften und tauchen wir stets im Business Casual in unserer Bank auf?
Und ist es in Zeiten, in denen es uns gut geht, notwendig, dass uns unser Banker zugetan ist? Wenn ja, senden wir ihm vielleicht sogar unsere BWA und SuSa?(Betriebswirtschaftliche Auswertung & Summen- und Saldenliste)

Und die aus meiner Sicht wichtigste aller damit verbundenen Fragen:
Sollte nicht bei der Erlangung von Wohlstand nicht auch eines unserer unternehmerischen Ziele sein, uns Wissen über Geld und Steuern anzueignen, um unseren Banker in diesem Bereich wenigsten auf Augenhöhe begegnen zu können?
Vielleicht schreiben Sie mir Ihre Gedanken dazu.

Gero Köppner

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