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5 Tipps wie Sie als Gastronom Ihr Auto clever kaufen

Das Jahr hat neu angefangen und so mancher Gastronom sitzt jetzt vor seinem Jahresabschluss und hat die Worte seines Steuerberaters noch im Kopf:

“ Sie weisen für das zurückliegende Jahr einen Gewinn von 80.000€ aus.“ Und Sie denken sich:“ Ich brauch doch ein neues Auto. Bevor ich es dem Fiskus in den Rachen werfe….…“

Dazu möchte ich mich an dieser Stelle besser nicht äußern. Das wird Gegenstand eines eigenen Beitrages und, lieber Leser, ich freu mich schon darauf.

Nun zu meinem eigentlichen Thema.

Wenn Sie beschlossen haben, sich über einen Bankkredit ein Auto als Gastronom anzuschaffen und die Voraussetzungen für Ihren Banker erfüllen, ist Folgendes zu bedenken.

Als Einzelunternehmer und Inhaber einer GbR/KG/OHG werden Sie im Rating Ihres Bankers als natürliche Person mit Ihrem Unternehmen gleichgestellt. Sie haften quasi persönlich. Das passiert Ihnen als Besitzer einer Kapitalgesellschaft (UG / GmbH / GmbH & Co KG) nicht.
Für spätere Kredite, etwa für neue Bestuhlungen oder neue Küchengeräte spielt es aber für Ihren Banker schon eine Rolle, ob Sie bereits Kredite tilgen. Das kann sich ungünstig für Sie auswirken. Für Einzelunternehmer GbR/KG/OHG ist es auch nicht, wie Besitzern von Kapitalgesellschaften erlaubt, Fahrzeuge privat zu kreditieren und an ihr Unternehmen zu vermieten.

Doch trotzdem ist es nun mal Ihre Wahl, einen Kredit für Ihr Auto aufzunehmen und hier können Sie sehr schlau agieren.
Zum einen schonen Sie Ihre Liquidität, das Heiligtum des Unternehmers. Zum anderen können Sie, wenn Sie es richtig anstellen Ihre Steuern steuern. Sind also in Ihrem Handlungsspielraum nicht eingeschränkt.

Da Sie umsatzbesteuert Finanzieren, können Sie die Mehrwertsteuer als Anzahlung nutzen und somit den Gesamtbetrag des Kredits und die monatlichen Raten klein halten.
In allen Gesellschaftsformen wird nun Ihr Auto, ob bar gekauft oder finanziert, vom Nettopreis ausgehend innerhalb sechs Jahren linear mit je einem Sechstel pro Jahr abgeschrieben.

Und genau hier, verehrte Leser steckt eine großartige Chance, welche oft übersehen wird.

Stellen Sie sich vor, der Autopreis ist niemals, ob bar bezahlt oder finanziert, voll im Anschaffungsjahr absetzbar. Sie erinnern sich, nur ein Sechstel. Gleichzeitig sind nur die Zinsen, nicht aber die Kreditrate absetzbar.

Das Nichtwissen über diese Tatsache lässt viele Gastronomen regelmäßig in der Beurteilung ihrer Gesamtsteuerlast über das Jahr schief aus der Wäsche gucken.

Wenn Sie das jedoch beachten, kommen Sie schnell mit Hilfe Ihres Taschen-rechners und Ihres Verstandes darauf, Ihre Kredit-Gesamtlaufzeit und Ihre monat-lichen Kreditraten in gleicher Höhe zu Ihrem Abschreibungszeitraum zu wählen.

Und jetzt dürfen Sie mal so richtig abklatschen!

Wenn Sie dies nämlich tun, sind Sie damit richtig gut! Warum, ist ja wohl klar!

Sie haben soeben die optimale Balance zwischen Ihren absetzbaren Ausgaben und der daraus resultierenden Steuer gefunden.

Wenn Sie nämlich eine über die sechs Jahre hinaus zu lange Laufzeit, mit zu kleinen Raten wählen und Ihre Abschreibung jährlich nicht in Anspruch nehmen, verschenken Sie dieses Ihnen zur Verfügung stehende Geld sechs Jahre lang, und zahlen viel später ohne den steuerlichen Effekt zu haben.

Wählen Sie andersherum zu hohe Raten und zu kurze Laufzeiten, erleiden Sie teilweise massive finanzielle Verluste. Sie geben praktisch zu viel Geld aus der Hand um Ihren Kredit zu tilgen, müssen im Folgejahr trotzdem darauf Steuern zahlen und haben vielleicht gar nicht mehr die notwendige Liquidität.

Bedenken Sie stets: Unternehmerischen Wohlstand erlangen wir in Deutschland nicht durch Steuervermeidung, sondern indem wir unsere Steuern steuern. Und Kreditraten in Höhe der Abschreibung zu kalkulieren ist ein Paradebeispiel.

Wenn Sie jetzt noch überlegen, ob Sie mit Ihrem Fahrzeug im laufenden Geschäftsjahr so viele Kosten erzeugen, dass sich die Wahl der 1%-Regel lohnt oder ob Sie besser ein Fahrtenbuch führen sollten, dann haben Sie alles richtig gemacht. Wer wenig fährt und die 1%-Regel nutz, wirft Geld zum Fenster hinaus.

Wenn Sie nun als Besitzer einer Kapitalgesellschaft beschlossen haben, sich Ihr Auto privat zu finanzieren, weil Sie vielleicht gerade mit einer neuen Gesellschaft gestartet sind und als Gründer bei Ihrer Bank eingestuft werden, dann bedenken Sie Folgendes.

Sie genießen keine Abschreibungsmöglichkeiten, Sie können keine Vorsteuer geltend machen, Sie haben aber auch keine 1%-Regel oder Fahrtenbücher zu führen und können sich jeden für Ihr Unternehmen gefahrenen Kilometer mit derzeit 0,30C über einen Reisekostenabrechnung bezahlen lassen. Oder, Sie vermieten Ihren Wagen an Ihr Unternehmen und wählen die monatliche Miete der Kredithöhe entsprechend.
Dies wiederum führt bei Ihnen privat zu einer zu versteuernden Einnahme. Wenn aus Ihrer Sicht dies Ihre private Einkommenssteuersituation zulässt und Sie nicht durch die Progression einen schlechteren Steuersatz erleiden, kann das eine sehr elegante und angenehme Nutzungssituation für Sie als Inhaber einer Kapitalgesellschaft sein.

Es ist sicher keine steuerlich cleveres Vorgehen, doch manchmal sind wir in solchen Zwängen und benötigen trotzdem Lösungen für gelebtes Leben. Und genauso sollten Sie dies, verehrter Leser, auch verstehen.

Aus mir spricht nicht der Buchhalter oder Steuerberater. Aus mir spricht der Unternehmer, welcher selbst wohl schon so ziemlich alles diesbezüglich erlebt hat.

Gero Köppner

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