Blogbeitrag

Fehler, die Sie im Umgang mit Geld im Restaurant unbedingt vermeiden sollten

Es ist ein grauer, verregneter Montag. Wie an so vielen der letzten Tage, wieder einmal Regen.
Die vergangenen Wochen waren einfach schlecht. Und so sieht auch der Umsatz aus.

Es ist fast so, als wären die für dieses Jahr geplanten Investitionen zu viel des Guten. Das Bankkonto sieht müde aus und die Kasse ist schmal geworden.

Jetzt auch noch Post vom Finanzamt. Sie haben bei der letzten Prüfung das Kassenbuch und die Buchhaltung verworfen, geschätzt und jetzt droht eine dicke Nachzahlung.
Wieso nur und was ist da schief gelaufen?

Sehr verehrte Hoteliers, verehrte Gastronomen, jeder von uns kennt solche oder ähnliche Situationen von anderen oder aus eigener Erfahrung.

Ein Hotel und oder ein Restaurant zu eröffnen und erfolgreich durch alle Widrigkeiten zu steuern, ist in der heutigen Zeit eine echte Herausforderung.
Da tobt ein starker Wettbewerb um den zufriedenen Gast, drohen Ämter zu überfordern und uns die immer währende Suche nach geeignetem Personal zu zermürben. Es scheint fast so als gäbe es nur noch Probleme, Probleme, Probleme.

Doch was wäre, wenn wir einmal eine ganz andere Haltung zu all dem einnehmen würden? Die Umstände werden sich wohl eher nicht so ändern, dass wir keine Probleme mehr haben. Daher schlage ich vor, wünschen wir uns mehr Fähigkeiten, statt weniger Probleme.

Eine Ihrer Schlüsselfähigkeiten, auch im Gastgewerbe, muss Ihre Haltung zum Geld sein! Sie sind im Bargeldgeschäft. Das bringt Sie per se in den Fokus des Finanzamtes. Das müssen Sie wissen und beachten.
Gleichfalls müssen Sie wissen und beachten, wie Geld, Geldflüsse und der Zinseszins funktionieren, sonst können Sie in Ihrem Hotel oder Restaurant, welches ein Unternehmen ist, keine Gewinne erwirtschaften. Und es ist die heiligste Ihrer unternehmerischen Pflichten, Gewinne zu erwirtschaften.
Jeden Tag begegnen mir Hoteliers und Gastronomen, welche zufriedene Gäste und vielleicht noch glückliche Mitarbeiten als ihre unternehmerischen Pflichten ansehen, mehr oft leider nicht. Doch das reicht bei weitem nicht.

Oft höre ich: “Ja, die moderne Zeit…..“

Das hat überhaupt nichts mit unserer modernen Zeit zu tun. Das war schon immer so, dass wir, wenn wir ein Geschäft, in unserem Fall ein Restaurant oder Hotel eröffnen, dafür zu sorgen haben, dass wir alles beachten und befolgen, was in erster Linie dem Unternehmen dient.

Und ich behaupte, dass der Grund, warum es bei so vielen nicht funktioniert ist, dass diese unternehmerische Pflicht abhanden gekommen ist.
Einerseits ist es Ignoranz, andererseits mangelnde Fähigkeit. Es mangelt einfach oft am Anspruch an sich selbst.

So geht das nicht!

Leidtragende sind dann nicht nur die Betreiber selbst. Oft hängen an Missmanagement Arbeitsplätze und Schicksale.

Darum zurück zu einer der Schlüsselfähigkeiten der Hoteliers und Gastronomen. Dem Wissen zu Geld und dem Umgang mit Geld. Und im Besonderen, dem Umgang mit der Kasse und den Tageseinnahmen.

Das, das Finanzamt eine tägliche Kassensturzfähigkeit für Gastronomen und Hoteliers fordert, sei hier nur erwähnt.
Es geht hier nicht darum, was der Fiskus von Ihnen fordert und was sie unbedingt tun oder lassen müssen.

Es geht mir hier eher darum, wie Sie durch gute Gewohnheiten, bessere Verhaltensweisen sowie Betriebsabläufen und geschickte Unternehmenssteuerung Ihre Liquidität sichern, Ihre Steuern steuern und somit Gewinne erwirtschaften, bei sich im Unternehmen behalten und Wohlstand bilden können.

Und das ist diesbezüglich in einem einfachen Satz geklärt.
Wenn Sie Ihre Kasse jeden Abend über ein Kassenzählprotokoll zählen und sichern, wenn Sie regelmäßig Ihre Tageseinnahmen zur Bank bringen, haben Sie als ersten wichtigen kurz-und langfristigen Effekt, dass Ihr Bankkonto sich regelmäßig füllt.

Dann können Sie beginnen, mit einem sich stetig füllenden Bankkonto zu budgetieren und haben somit Kontrolle über Ihre Finanzen.

Wer bei dem Betreiben eines Hotels oder eines Restaurants keinen Wohlstand erlangt, macht aus meiner Sicht Fehler. Zu weit über 90% fehlt es nicht am Wissen im Service oder der Fähigkeit gut zu kochen.

Es sind Fehler in der Speisenkalkulation, im Wareneinsatz, bei den Lohnnebenkosten, in Miet- und Pachtverträgen und in der Buchhaltung, den Krediten, sowie dem Wissen zu Steuern und Geld.

Es herrscht landauf, landab Unsicherheit und Unwissenheit welches mit Management per Abdankung zu allem was oben erwähnt wurde kaschiert wird. Mal mehr mal weniger. Je nach Bewusstseinslage.

Dabei ist vieles wirklich leicht zu erlernen und auch leicht umsetzbar, was mit diesem Thema zu tun hat.
Wenn Sie Wohlstand im Restaurant und Hotel erwirtschaften wollen, bringen Sie täglich Ihre Tageseinnahmen zur Bank, budgetieren Sie und stellen Sie zu jedem Jahresende einen Finanz- und Kreditplan für das Folgejahr auf.

Fragen Sie sich, wie werden meine Umsätze sein, was werde ich tun um sie zu steigern? Was muss wann neu angeschafft werden oder was wird wohl wann kaputt gehen? Was wird es kosten und was wird wann und wie finanziert. Will ich es über eine Barzahlung oder über Kreditierung anschaffen?

Der mittel- und langfristige Effekt ist dabei, das sIhr Bankkonto wächst, Ihr Banker Ihnen Kredite genehmigt, Sie unternehmerischen Spielraum gewinnen.

Sie können beginnen Wohlstand aufzubauen. Sie können Rückstellungen im Unternehmen bilden für Ihre Zeit nach der Arbeit. In umsatzschwachen Zeiten können Sie ruhiger schlafen. Sie können mit Ihrem Geld arbeiten und Sie können durch geschickte Unternehmensstrukturen, wie z.B. der Gründung einer Holding Ihre Gewinne und Steuern steuern.

Gewissenhafter Umgang mit Geld zieht massive Geldvermehrung nach sich. Wachsende Konten ziehen sehr günstige Kreditmöglichkeiten nach sich. Das alles bedeutet massive Liquidität. Und Liquidität bietet Ihnen Investitions- und Entwicklungsmöglichkeiten, welche wiederum massive Geldvermehrung in Gang setzten.

Wenn Sie also neben zufriedenen Gästen und glücklichen Mitarbeitern massive Geldvermehrung und Wachstum in Ihrem Restaurant und Hotel anstreben, beginnen Sie damit Ihre Tageseinnahmen gewissenhaft zu behandeln. Überprüfen Sie Ihre Haltung zu diesem Thema, wechseln Sie Ihren Standpunkt und betrachten Sie sie aus einer anderen Perspektive.

Nutzen Sie ein Kassenzählprotokoll zum täglichen Kassensturz. Tragen Sie alle Barausgaben und Bareinnahmen handschriftlich ( so gibt es das Finanzamt vor) in Ihr Kassenbuch ein.

Ziehen Sie am Monatsende die Summen zusammen und schreiben Sie den Endbestand ein. Übertragen Sie den Endbestand vom Vormonat als Anfangsbestand in den neuen Monat ein.
Bringen Sie am besten täglich Ihre Einnahmen zur Bank.
Das Kassenbuch und Ihre tägliche Kassensturzfähigeit sind Ihre ganz persönlichen und existentiellen Steuerungsinstrumente und auch Hauptangriffspunkte für das Finanzamt. Bei ordentlicher Führung sind sie allerdings auch Ihre Hauptverteidigung.

Seien Sie dem Fiskus stets ein Schritt voraus, durch exakte Dokumentation und Voraussicht.

Ich sage hier ganz klar: Wer heutzutage immer noch erpicht ist, Schwarzgeld in der Gastronomie zu erwirtschaften hat nicht verstanden, welche wirklich guten Chancen und Möglichkeiten das deutsche Steuersystem uns Unternehmern bietet um gute Gewinne zu erwirtschaften und Wohlstand zu schaffen. Denn eins ist aus meiner Sicht ganz klar. Der Fiskus ist mit allem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln angetreten, dem ein für alle mal ein Ende zu bereiten und Sie tun gut daran es zu respektieren und für sich zu entscheiden.

Deutschland ist ein Steuerparadies für uns Unternehmer. Wir müssen uns nur die Mühe machen, einmal genau hinzuschauen.
Allerdings benötigen wir neben dem eigenen Anspruch es zu entdecken auch die besten Anwälte und Steuerberater.

Gero Köppner

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