Blogbeitrag

Lohnerhöhung ohne Lohnnebenkosten im Restaurant – wie geht das?

Es ist wirklich aufregend, das Leben in der Gastronomiebuchhaltung und wir bei der special! b KG dürfen unseren Slogan “Buchhaltung kann und soll auch Spaß machen, weil es eines der wichtigsten Reflektions- und Steuerungsinstrumente in Ihrem gastronomischen Unternehmen darstellt und genutzt werden will.“ täglich ausleben.

…….die Spannung in unserer Branche, bringen uns die täglichen Herausforderungen.

Da sind die unsinnig anmutenden, doch bei näherem Hinsehen oft berechtigten Resonierungen des Fiskus und die manchmal unüberwindliche Komplexität einer Gastronomiebuchhaltung.
Nicht zu vergessen, die vielen persönlichen Animositäten des täglichen Lebens.

In den vergangenen Tagen begegnete uns ein gar sonderbarer Fall in der Buchhaltung eines sehr erfolgreichen Mandanten.

Wir entdeckten diverse Tankbelege, welche alle den nahezu gleichen Betrag auswiesen, nämlich knapp unter 44€.
Sie waren alle innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes von einer Woche und variierten zwischen Benzin und Diesel.

Wir rätselten einen ganzen Tag lang, wie dies zustande kommen kann und was dies bedeutet. Wir wussten, der Mandant hat nur ein Auto und seine monatliche Fahrleistung war gering.

….. was also war geschehen? ……. wir fragten uns, ob dies schon einmal aufgetreten war und wir es vielleicht übersehen hatten.
……… wir durchsuchten die vorhergehenden Monate und entdeckten jedoch nichts ähnliches.

Ganz davon abgesehen, dass wir froh waren, dass es uns aufgefallen war, fanden wir im aktuellen Monat ganze sechs dieser Belege auf einer DIN A 4 – Seite aufgeklebt.

…… es hatte sich wieder einmal gelohnt, bei der Arbeit Kontrollsysteme und den eigenen Kopf zu nutzen.

Zurück zum aktuellen Fall und dem, was passiert war. Im Teamgespräch stellte sich nämlich sehr schnell heraus, dass unser Mandant vor einem Monat ein Gespräch mit einem unserer Lohnspezialisten hatte, dort das Thema Sachzuwendungen erörtert worden war und unser Mandant seine Anregungen zu Sachzuwendung sofort in die Tat umgesetzt hatte.

….. doch wo liegt nun das Problem?

…… der Fuchs unter Ihnen, liebe Leser, wird hier schon schmunzeln, weil er schon ahnt worauf ich hinaus will.

Der Mandant hatte seine Mitarbeiter im Rahmen der steuerfreien Sachzuwendungen in Höhe von max. 44€ monatlich zum Tanken geschickt, die Belege einkassiert, die Beträge bar ausgezahlt und in seine Buchhaltung eingeklebt.

……. das ist eigentlich richtig und landläufig durchaus üblich, birgt jedoch eine Gefahr, weil es eben doch nicht so ganz korrekt ist.

….. sie kennen ja den Fiskus ……..….. keine Regel ohne Ausnahmen.

…… doch dafür sind wir ja da und eine leicht verständliche Erklärung ist schnell gemacht.

Eine Sachzuwendung muss sachbezogen sein, soviel schon einmal vorweg. Daher können wir unseren Mitarbeitern nur diese 44€ auszahlen, wenn wir Ihnen gleichzeitig dazu einen Gutschein für eine ganz bestimmte Sache übergeben.

So legt es der Fiskus fest.

Im Jargon des Amtes bedeutet dies folgenden Ablauf: Sie gehen zum Leistungserbringer, kaufen einen Gutschein über 44€, geben diesen Ihrem Mitarbeiter und dieser nimmt die Leistung in Anspruch.

Exkurs:
Solch eine Sachzuwendung kann ein Tank,- Waren-oder Restaurantgutschein sein.

Weitere Möglichkeiten gibt es bei der betrieblichen Gesundheitsförderung. Für Massagen, Anti-Stress-Seminare, Rücken-Trainings und Raucherentwöhnungs-Kurse darf der Arbeitgeber bis zu 500 Euro im Jahr übernehmen.

Ein Handy oder einen Laptop von der Firma darf der Mitarbeiter betrieblich (und auch privat) steuerfrei nutzen – dabei kommt es nicht darauf an, wie teuer die Geräte sind.

Auch Zuschüsse zum Kantinenessen und die Übernahme von Kosten zur Kindertagesstätte.

…………… SACHZUWENDUNG BENÖTIGT KEINEN PERSÖNLICHEN ANLASS

Im gelebten Leben läuft es oft so ab: Der Gastronom nimmt den Tankbeleg über 43,98€ von seinem Mitarbeiter in Empfang, zahlt ihm das Geld aus, schreibt dazu einen Gutschein über 43,98€ und heftet diesen in seine Buchhaltung.

Das liest sich in der Tat ein wenig schildbürgerlich, ist jedoch der korrekte Weg.
Weil keiner von Ihnen oder dem Leistungserbringer verlangen kann, im Vorfeld diesen Betrag auf den Gutschein zu schreiben und der Mitarbeiter dann auch genau diesen Betrag tanken kann. So die Lesart des Oberfinanzgerichtes.

….. wichtig für Sie: Bitte keinerlei Überweisungen bezüglich Sachbezügen! ….. Überweisungen an Mitarbeiter sind stets Lohn und Lohn heißt Lohnnebenkosten. Das wollen wir ja hier gerade nicht.

Eine für alle sehr elegante und stressfreie Möglichkeit der Sachzuwendung welche auch Ihrem Mitarbeiter eine frei Einsatzentscheidung zukommen lässt, ist die Einrichtung einer Prepaid-Karte, die nicht für Barabhebungen nutzbar ist.

……… was ist nun der Unterschied, ob die Belege oder die Gutscheine in Ihrer Buchhaltung auftauchen?
Ganz einfach, wenn der Prüfer diese vielen diversen Tankbelege in Ihrer Buchhaltung ohne Dokumentation findet, kann es Ihnen durchaus passieren, dass er diese wegen mangelnder Plausibilität verwirft und das wäre wirklich schlecht.
Mit dem Gutschein haben Sie eine plausible Dokumentation Ihrer Sachzuwendung und auch Ihr Buchhalter kann es eindeutiger verarbeiten.

Damit Sie zukünftig dieses aus unserer Sicht doch wunderbare Lohninstrument von seinem ein wenig lästigen Prozedere befreien können, haben wir für Sie ein Blanko-Gutscheinformular entwickelt. Sie finden dies als PDF am Ende dieses Blogartikels. Kopieren Sie es und nutzen Sie es.
Der Umgang mit diesem Lohninstrument ist ein kleines Puzzleteil unserer 8 bis 15% mehr Gewinn-Strategie im Restaurant. Schreiben Sie uns doch einfach, wenn Sie die restlichen Puzzleteile unserer Strategie kennen lernen möchten.

Gero Köppner

Rufen Sie uns an!